Evangelische Pfarrgemeinde A. u. H.B. Berndorf

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Frohe Weihnacht 2016

FROHE WEIHNACHTEN!

"Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen."
Lukas 2, 10 - 14

Schauen wir uns in der Welt um, gibt es erschreckend viel Trauriges zu sehen. Das menschliche Antlitz wird zu Fratze. Die Kriege hören nicht auf. Millionen Menschen sind deshalb im Nahen Osten, in Afrika und andernorts auf der Flucht. Nicht beachtete Hungerkatastrophen wüten in Afrika, von denen kaum jemand Notiz nimmt. Irre Terroristen missbrauchen Religion als Argument für Gewalt und niederträchtige Anschläge.

Wie kann man da noch "Frohe Weihnachten" wünschen?

Trotz aller finsteren und angstmachenden Umstände auf dieser Welt bleibt die weihnachtliche Botschaft ein Fanal gegen all das, was uns bedrückt:
Gott setzt ein Zeichen, indem er sich seiner Macht entledigt und wird ein Mensch wie wir. Im kleinen, unscheinbaren, schwachen und bedürftigen Kind im Stall von Betlehem erweist sich Gott als der unendlich Liebende, der sich hingibt und schenkt.
Es schaut so aus, als ob diese Liebe scheitern wird, steht doch über der Krippe Jesu schon das drohende Kreuz. Das Kreuz, an dem alle Menschlichkeit für immer gestorben und vernichtet scheint. Krippe und Kreuz gehören zusammen. Aber das Kreuz hat nicht das letzte Wort bei Gott. Tod und Leid sind nicht aus der Welt geschafft. Aber mit der Auferstehung Jesu zeichnet sich am Horizont die neue Schöpfung ab, in der es den Tod und das Leid nicht mehr geben wird.

Wenn wir uns angesichts des Zustandes der Menschheit gegenwärtig mehr denn je fragen: Wo ist denn da Gott? - dann können wir im christlichen Glauben darauf nur antworten: Schauen wir auf Jesus. Gott ist dort, wo Liebe gegen den Hass und Menschlichkeit gegen das Unmenschentum steht.

Wir feiern zu Weihnachten den Geburtstag Jesu. Wir kennen seinen wirklichen Geburtstag nicht. Zu seiner Zeit wusste kaum jemand seinen genauen Geburtstag. Ganz bewusst ist das Fest als Ankunft Gottes in der Welt in der dunklen Winterzeit angesetzt. In der Mitte der Nacht geboren, das meint: Gott kommt ins dunkelste Dunkel, um es mit Hoffnung zu erhellen. Es liegt auch an uns, ob etwas von dieser Hoffnung und dieser Liebe in diese dunkle Welt hineinstrahlt als Vorbote dessen, was Christen hoffen.

Jochen Klepper, 1903-1942, evangelischer Theologe, Schriftsteller und Liederdichter, hat dazu in größter persönlicher Not folgendes Weihnachtsgedicht geschrieben:

Mein Gott, dein hohes Fest des Lichtes
hat stets die Leidenden gemeint.
Und wer die Schrecken des Gerichtes
nicht als der Schuldigste beweint,
dem blieb dein Stern noch tief verhüllt
und deine Weihnacht unerfüllt.

Die ersten Zeugen, die du suchtest,
erschienen aller Hoffnung bar.
Voll Angst, als ob du ihnen fluchtest,
und elend war die Hirtenschar.
Den Ärmsten auf verlassenem Feld
gabst du die Botschaft an die Welt.

Die Feier ward zu bunt und heiter,
mit der die Welt dein Fest begeht.
Mach uns doch für die Nacht bereiter,
in der dein Stern am Himmel steht.
Und über deiner Krippe schon
zeig uns dein Kreuz, du Menschensohn.

Herr, dass wir dich so nennen können,
präg unseren Herzen heisser ein.
Wenn unsere Feste jäh zerrönnen,
muss jeder Tag noch Christtag sein.
Wir preisen dich in Schmerz, Schuld, Not,
und loben dich bei Wein und Brot.